LTE

Die Abkürzung LTE steht für Long Term Evolution und bezeichnet den neuesten Mobilfunkstandard, der die Nachfolge von UMTS antreten wird. Mittlerweile haben sich alle deutschen Netzbetreiber auf diesen Standard als Mobilfunknetz der vierten Generation festgelegt, anfangs diskutierte Konkurrenten wie Wimax spielen in der Planung keine Rolle mehr.

Höchstgeschwindigkeiten im Mobilfunk

Das wichtigste Argument der LTE Anbieter ist die hohe Geschwindigkeit, die durch die neue Technologie ermöglicht wird. Erste vorgestellte Tarife weisen eine maximale Downloadgeschwindigkeit von 50 MBit/s auf, aber dies ist bei weitem nicht das Ende der Entwicklung. In Testumgebungen wurde die Grenze von 1GB/s schon durchbrochen und nichts spricht gegenwärtig dagegen, dass noch höhere Geschwindigkeiten technisch realisierbar sind. Auf der Bremse stehen derzeit eher die Hardwarehersteller. Erste LTE-fähige Surfsticks und Handys ließen lange auf sich warten. Selbst die derzeit damit mögliche Geschwindigkeit von 100 MBit/s erwies sich für die Hersteller der Endgeräte als große Herausforderung.

Erste LTE Tarife veröffentlicht

Die ersten bekannt gewordenen Tarifdetails der Provider scheinen den hohen Erwartungen an das 4G Mobilfunknetz nicht gerecht zu werden. Die Telekom kündigte Tarife mit 3 MBit/s an, Vodafone liegt in den meisten Regionen nicht deutlich darüber. Darüber hinaus sind die Tarife der Telekom ortsgebunden, Tarife für eine mobile Nutzung werden erst später folgen. Die Volumenbegrenzung der Telekom Flatrate ist ebenfalls sehr restriktiv: Bereits ab einem Datenvolumen von 3 GB wird der Anschluss für den Rest des Monats auf 1 MBit/s gebremst. Der Grund für diese recht bescheiden anmutenden Einstiegstarife liegt in einer Auflage der Bundesnetzagentur, der die Netzbetreiber im Rahmen der Versteigerung der Funkfrequenzen zustimmen mussten. Diese sieht vor, dass Regionen ohne Breitbandanschlüsse vorrangig zu berücksichtigen sind. Das neue Mobilfunknetz soll also zunächst weiße Flecken auf der DSL-Landkarte beseitigen. Parallel dazu wird in einigen Ballungsräumen an ersten Pilotnetzen für eine wirklich schnelle Mobilfunkversorgung gearbeitet. Vodafone konzentriert sich mit Berlin, Hamburg und Bremen auf nördliche Metropolen, während die Telekom in Köln ich erstes Highspeed-Netz aufbauen wird. Vodafone hat auch für diese Regionen bereits Tarifdetails veröffentlicht. Der schnellste Tarif mit 50 MBit/s kostet bei frühzeitiger Bestellung 69,99 Euro monatlich. Ohne den Frühbucherrabatt werden 10 Euro mehr fällig. Diese LTE Flatrate ist auf ein monatliches Datenvolumen von 30 GB beschränkt.

O2 und E-Plus im Hintertreffen

Noch spielen O2 und E-Plus mangels verfügbarer Angebote beim LTE Vergleich keine Rolle. O2 hat immerhin schon erste Sendestationen in Betrieb genommen, bietet bislang aber keine Tarife an. Kunden können sich auf der Homepage des Anbieters zwar vormerken lassen, werden bislang aber lediglich auf bald folgende erste kommerzielle Angebote verwiesen. E-Plus ist bei der Versteigerung der Funkfrequenzen im Bereich von 800 MHz leer ausgegangen, die für den 4G Mobilfunk besonders geeignet sind. Daher setzt dieser Anbieter auf eine andere Variante namens TD-LTE, die auch auf hohen Frequenzbändern im Bereich von 2,6 GHz betrieben werden kann. Daneben treibt E-Plus den Ausbau von HSPA+ voran. Diese verbesserte Variante von HSPA ermöglicht immerhin Geschwindigkeiten von bis zu 21,6 MBit/s und gehört zum 3G Standard UMTS. Nicht von der Hand zu weisen ist der Hinweis des Konzerns, dass diese Geschwindigkeit noch für einen langen Zeitraum vollkommen ausreichen werde. Wirklich überzeugende Nutzungsmöglichkeiten für mobile Internetzugänge mit 50 MBit/s oder noch deutlich höheren Geschwindigkeiten hat die Konkurrenz bislang nicht aufgezeigt. Da also O2 und E-Plus bislang keine Tarife anbieten und eine LTE-Vermarktung über Discounter zunächst nicht geplant ist, fällt die LTE Tarifübersicht bislang wirklich noch sehr übersichtlich aus!

LTE Abdeckung soll schnell verbessert werden

Bereits im Jahr 2012 soll überall in Deutschland der LTE Empfang möglich sein. Offen bleibt zunächst, welche LTE Geschwindigkeit flächendeckend angeboten werden wird. Wie auch bei UMTS spielt die Anzahl der Basisstationen dabei eine entscheidende Rolle. Aufgrund der größeren Reichweite kann eine lückenlose LTE Verfügbarkeit                            (LTE Verfügbarkeitscheck) zwar mit deutlich weniger Basisstationen als bei UMTS erreicht werden, was allerdings zulasten der Leistung ginge. Auch im Netz der Zukunft müssen sich alle Endgeräte innerhalb einer Mobilfunkzelle die gesamte zur Verfügung stehende Bandbreite teilen.

Wer bietet mehr?

Die immensen Investitionen in das Netz der neuesten Generation zu rechtfertigen, stellt die Telekommunikationskonzerne vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Klar scheint bereits heute zu sein, dass künftig auch im Mobilfunk Tarife mit gestaffelten Geschwindigkeiten angeboten werden. Wie heute bereits im Festnetz wird für höhere Geschwindigkeiten ein Aufpreis fällig. Um den Kunden diesen Aufpreis schmackhaft zu machen, bedarf es attraktiver Angebote, die wirklichen Nutzen aus den hohen Geschwindigkeiten ziehen. Ebenfalls klar scheint zu sein, dass sich die Netzbetreiber künftig nicht mit der Rolle des Datentransporteurs zufrieden geben dürfen, wenn LTE nicht zum betriebswirtschaftlichen Desaster werden soll. Das Geschäft mit den Zusatzdiensten werden sie also zum größten Teil selbst machen müssen. Spannender als die Frage, wer zuerst deutschlandweit 50 MBit/s anbieten kann, ist also die Frage nach den Zusatzangeboten. Mit welchen pfiffigen Diensten werden die Netzbetreiber ihre Kunden vom Nutzen superschneller Mobilfunkanschlüsse überzeugen? Die Geschwindigkeit wird für Kunden beim LTE Tarifvergleich eine geringere Rolle als heute spielen, wo Bandbreite noch knapp ist.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.